Es waren einmal elf Männer, die sich alle paar Wochen zu einer Sitzung trafen. Angestrengt dachten sie nach, was wohl für die Vorarlberger Kommunikationsbranche das Beste wäre. Doch obwohl sie sich redlich bemühten, erreichten sie die Mitglieder, die sie eigentlich vertreten sollten, nicht.
Nur in einem kleinen gallischen Dorf bei einem Grüppchen Grüner KandidatInnen regte sich Widerstand. Sie waren überzeugt, dass sich die Fachgruppe öffnen müsse. Im Fachgruppenausschuss dürften nicht nur Vertreter der großen Agenturen sitzen, nicht nur Männer, nicht vorwiegend Werber.
Die Grüne Liste für die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation ist anders: Wir sind vier Männer und drei Frauen. Sechs Ein-Personen-Unternehmen und eine Agentur. Zwei PR-Menschen, zwei GrafikerInnen, zwei KommunikationsberaterInnen, ein Werber. Ganz Junge und schon recht Erfahrene. Wir, das sind:
Wolfgang Pendl, 40, Inhaber der PR-Agentur Pzwei. Pressearbeit in Bregenz:
“Ich habe bereits in den vergangenen fünf Jahren im Fachgruppenausschuss mitgearbeitet. Mit zunehmender Skepsis. Ich bin heute überzeugt: Die Fachgruppe braucht weniger die großen Prestigeprojekte wie die “Adnight” (Nacht der Werbung), dafür mehr interessante Vorträge, mehr Diskussionen, mehr Weiterbildungsangebote. Die Fachgruppe kann nur funktionieren, wenn wir die Mitglieder dafür gewinnen, Ideen einzubringen, sich zu engagieren. Aus dem ‘Die da oben’-Gefühl muss ein miteinander werden.”
Isabelle Keckeis, 22, selbstständige Grafikerin im letzen Studienjahr:
“Obwohl die Fachgruppe für mich noch Neuland ist, vermisse ich schon den Bezug auf die kleinen (Ein-Personen-Unternehmen) und komme mir ganz verloren vor, wenn ich auf den Vollversammlungen zwischen lauter Agenturchefs sitze. Mir fehlt das Gefühl gehört, vor allem aber auch verstanden, zu werden.”
Monika Feldmann, 37, Inhaberin der Kommunikationsagentur feldmann05 in Lochau:
„Ich sehe ein starkes Potential für unsere Wirtschaft gerade in kleinen Ein-Personen-Unternehmen, die mit viel Engagement und Kreativität tolle Jobs erledigen. Als Mitglied der Wirtschaftskammer habe ich bislang selbst oft gar nicht wahrgenommen, welche Möglichkeiten unsere Fachgruppe eigentlich bietet – und ich bin überzeugt davon, dass es vielen Mitgliedern so geht. Genau das möchte ich künftig ändern: Das Netzwerk und die Kommunikation innerhalb der Fachgruppe soll stärker werden. Wie heißt es so schön: Gemeinsam sind wir stark!“.
Peter Motter, 40, motterdesign, Hard:
“Als freier Konzepter und Grafiker arbeite ich seit 18 Jahren im Netzwerk. Die Grüne Wirtschaft interessiert mich, weil sie dieses Modell glaubwürdig vertritt und ich die Chance sehe, es gemeinsam weiterzuentwickeln. Der Standort Vorarlberg hat viele Vorteile – das Weiterbildungsangebot für Kreative gehört nicht dazu. Als Fachgruppe haben wir jedoch die Möglichkeit, uns immer wieder frische Anregungen, wie sie in der Großstadt selbstverständlich sind, ins Land zu holen.”
Johannes Angerer, 44, Kommunikationsberater und Netzwerkpartner der Identitäter, Feldkirch.
“‘Selbstbeweihräucherung!’ das wäre meine ungestützte Erstnennung auf die Frage ‘Was assoziieren Sie mit der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation?’ gewesen. Das ist der Grund, weshalb sich meine Aktivität in diesem Umfeld auf das zähneknirschende Überweisen des Pflichtbeitrages beschränkte. Bisher jedenfalls. Mitglieder vernetzen, Austausch und fachliche Entwicklung fördern. Da liegen ungehobene Schätze für unsere sich massiv wandelnde Branche. Die Grüne Wirtschaft will diese heben. Und da bin ich gerne und mit Herzblut dabei.”
Daniel Dolezal-Steiner, 34, Webdesigner in der eigenen Agentur DS-Werbeagentur, Bregenz:
„Ich schätze Menschen, welche ihre Arbeit mit Leidenschaft und Hingabe tun! Dabei ist es egal, ob sie dies hauptberuflich oder nebenberuflich machen! Mein Interesse steht für diese UnternehmerInnen, die aus etwas Kleinem etwas Großes machen wollen! Die sich daher eine Vertretung in der Wirtschaftskammer wünschen, die nicht nur für die Großen da ist, sondern alle so unterstützt, wie sie es brauchen!“
Alexandra Abbrederis, 38, hat sich als Kommunikationsberaterin auf Dialogmarketing spezialisiert:
“Die Stärkung der kleinen Unternehmen, und ganz besonders der Ein-Personen Unternehmen, ist mein Anliegen. Sie tragen sehr viel zu unserer Wirtschaft bei – die traditionellen Strukturen passen jedoch oft nicht zu den Bedürfnisse, Problemen und Aufgabenstellungen eines solchen Unternehmens. Der Nutzen der Wirtschaftskammer soll für EPUs durch unsere Arbeit erhöht werden.”