Warum in der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation ein Neuanfang nötig ist? Weil unsere Branche neue inhaltliche Impulse braucht. Weil sich die Mitglieder im Fachgruppenausschuss wieder vertreten sehen müssen. Weil Ein-Personen-Unternehmen drei Viertel der Mitglieder ausmachen und im Ausschuss eine starke Stimme brauchen.

Der Versuch eines persönlichen Wahlkampfrückblicks. Von Wolfgang Pendl

Am 1. und 2. März wird in 43 Fachgruppen der Vorarlberger Wirtschaftskammer gewählt. In unserer Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation stehen sieben KandidatInnen der Grünen Wirtschaft und 13 auf der (ÖVP-FPÖ-SPÖ-)Liste “Vorarlberger Wirtschaft” zur Wahl. 634 UnternehmerInnen sind wahlberechtigt.

Mit nicht gerade grün-typischen Accessoires – Pappteller und Bierdeckel – haben wir in den vergangenen Wochen versucht, für unsere Anliegen zu werben. Mit einem Augenzwinkern haben wir die “Nacht der Werbung” auf die Schippe genommen, die für viel Geld (zu) wenig bringt.

Eure Ideen sind gefragt

Unter dem Motto “Die besten Ideen passen auf einen Bierdeckel” haben wir bei unserer “Grünen Nacht der Werbung” und beim anschließenden Bierdeckel-Mailing aufgerufen, Ideen und Wünsche für die Fachgruppe einzusenden.

Wir wollten deutlich machen, was wir für die wichtigste Aufgabe halten: die Mitglieder aktiv in die künftige Arbeit einzubeziehen. Es reicht nicht, wenn sich ein gewählter Ausschuss Gedanken macht, was denn das beste für die Mitglieder wäre.

Vertrauliche Daten bei der ÖVP

Die Liste “Vorarlberger Wirtschaft” reagierte untergriffig. Erst mit scharfen Kommentaren, dann mit einem Mail-Newsletter, dessen Adressaten dem Empfang nie zugestimmt hatten. Und schließlich mit einer Telefonaktion bei Mitgliedern, die ihre Wahlkarte noch nicht zurückgeschickt hatten.

Diese Telefonaktion kann nur durch die Weitergabe vertraulicher Daten zustande gekommen sein. Wer Auftraggeber dieses Callcenters ist, habe ich auch auf Nachfrage nicht erfahren. Die Fachgruppe selbst hat sie nicht in Auftrag gegeben – zumindest weiß ich als Ausschussmitglied nichts davon.

So bleibt als logische Schlussfolgerung, dass die Liste “Vorarlberger Wirtschaft” wusste, wer eine Wahlkarte angefordert hat, wer schon gewählt hat und wer noch nicht. Mit Verlaub: Das geht keine wahlwerbende Gruppe etwas an – schließlich kann sie auf diese Weise gezielt ihre SympathisantInnen aktivieren.

Zurück zur Sache

So sind wir jedenfalls doch noch in einen deftigen Wahlkampf geraten. Wir hätten gerne mit der Wahlgemeinschaft über Inhalte diskutiert. Wie man die Kluft zwischen Ausschuss und Mitgliedern schließen kann, damit sich die Mitglieder wieder besser vertreten fühlen. Was man für Ein-Personen-Unternehmen tun kann, die drei Viertel der Mitglieder ausmachen. Welche Themen für Weiterbildungsangebote interessant wären. Welche Veranstaltungen wir künftig anbieten wollen. Kurzum: Was bringt die Vorarlberger Kommunikationsbranche künftig weiter?

Unsere Ideen für diese Zukunftsfragen haben wir formuliert und ersuchen Euch dafür nochmals um Eure Unterstützung. Am 1. und 2. März ist die Chance für einen Neuanfang in der Fachgruppe Werbung.

PS: Ich hoffe persönlich sehr, dass nach persönlichen Untergriffen und politischen Fouls künftig wieder sachliche Diskussion und Auseinandersetzung im Interesse unserer Mitglieder möglich ist. Wir Grüne KandidatInnen sind dazu bereit.